Pressemeldung vom 19.07.2012
Jahresabschluss 2011
Maßgefertigt für Bochum
Bochum, 19. Juli 2012. 2011 war ein wichtiges Jahr für den USB Umweltservice Bochum, in dem sich das Unternehmen auf Herausforderungen wie das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz vorbereiten konnte. Deshalb liegt hinter dem USB eine Zeit der strategischen Überlegungen, Anpassungen und Vorausplanungen in der Prozesse überarbeitet, neue Ideen entwickelt und Strukturen überdacht wurden. Auf dieser Basis sind bis zum Jahresende 2011 wichtige Entscheidungen getroffen und maßgefertigte Lösungen entwickelt worden. Maßgefertigt lautet deshalb auch der Titel des diesjährigen Geschäftsberichts.
Am Jahresanfang 2011, noch unter dem Eindruck des harten Winters, hat der USB den Winterdienst umstrukturiert und verbessert, so dass ab sofort sowohl bei milden, als auch bei schneereichen und frostigen Wintern mehr Service geboten werden kann.
Die Einführung neuer Systeme, wie bei der Wertstofftonne, und eine Kundenbefragung entstanden aus der Überzeugung, dass moderne Entsorgung nicht nur aus guten Leistungen, sondern auch aus gutem Service besteht. Die BürgerInnen unserer Stadt geben in Kundenbefragungen immer wieder die Rückmeldung, dass sie diesen Service schätzen und der umweltgerechten Abfallentsorgung in Bochum einen hohen Wert beimessen.
Neue Technologien beobachtet der USB genau und nutzt sie, wenn sie sich als ökonomisch und ökologisch nachhaltig erweisen. In Sachen Elektromobilität hat der USB gemeinsam mit weiteren kommunalen Unternehmen deshalb schon früh eine Vorreiterrolle in Bochum eingenommen und diese in 2011 weiter ausgebaut. Neben dem „Goupil" und dem Elektroroller „Tante Paula" schickt der USB seit Juli 2011 auch den i-MiEV von Mitsubishi auf Tour. Umweltschonende Mobilität ist für den USB ein wichtiges Ziel, das nicht allein durch den Einsatz von Elektromobilität erreicht werden kann. „Deshalb haben wir unseren Fuhrpark weiter umweltfreundlich ausgebaut und unsere Fahrer für ökonomische Fahrweisen trainiert", erklärt Geschäftsführer Werner Meys.
„Ökonomisch fahren bedeutet auch, jede Fahrt gut vorauszuplanen. Damit unsere Tourenkoordination noch effizienter wird und während der Tour alle Abläufe reibungslos funktionieren, haben wir unsere Teams mit mobilen Handhelds ausgestattet, mit denen sie die Auftragsdaten unterwegs abrufen und bearbeiten können. Die dafür installierte Software hat unsere IT-Abteilung selbst geschrieben", ergänzt Werner Meys.
Mit diesen und vielen weiteren Schritten hat sich der USB gut aufgestellt, um für 2012 den nächsten großen Sprung zu wagen: Der USB strukturiert sich um, teilt sich in zwei Gesellschaften auf und wird damit in der Lage sein, seine Leistungen für Bochum noch zielsicherer zu erbringen.
Wertstofftonne für Bochum
Die Entsorgungsbranche war 2011 durch das Gesetzgebungsverfahren für das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz und damit einhergehend mit Projekten zur Einführung einer Wertstofftonne geprägt. Auch in Bochum werden seit dem 1. Januar 2011 die Leichtverpackungen und die sogenannten stoffgleichen Nichtverpackungen aus Metall und Kunststoff, die bisher über den Restabfall in der „grauen Tonne" erfasst wurden, in einem zwischen der Stadt Bochum und den neun Dualen Systembetreibern abgestimmten Modellversuch in einer gemeinsamen kombinierten Wertstofftonne gesammelt.
Bilanzergebnis (siehe Geschäftsbericht: Seite 12, 54)
Das Geschäftsjahr 2011 des USB Umweltservice Bochum (USB) schließt mit einem Jahresüberschuss vor Gewinnabführung von 771.000 Euro und liegt damit leicht über Plan (720.000 Euro).
Niedrigere Bilanzsumme (siehe Geschäftsbericht: Seite 16, 52, 53)
Die Bilanzsumme reduzierte sich um 5,2 Prozent auf 72,1 Mio. Euro (Vorj. 76,1 Mio. Euro).
Rückgang der Umsatzerlöse (siehe Geschäftsbericht: Seite 12, 14, 54, 57)
Bei den Umsatzerlösen ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 1,9 Mio. Euro (minus 2,5 Prozent) auf 71 Mio. Euro zu verzeichnen. Der Rückgang ist insbesondere durch geringere Betriebsführungsentgelte und geringere Mengen bzw. sinkende Preise aus der Eigenvermarktung beim ECC begründet.
Niedrigerer Materialaufwand (siehe Geschäftsbericht: Seite 12, 54)
Insgesamt reduzierte sich der Materialaufwand um 2,8 Mio. Euro (minus 8,4 Prozent). Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren verringerten sich insbesondere durch einen niedrigeren Streusalzverbrauch sowie reduzierte Verwertungs- und Transportkosten.
Niedrigere Investitionen (siehe Geschäftsbericht: Seite 13, 15, 17, 60)
Im Geschäftsjahr investierte der USB 5,1 Mio. Euro (Vorj. 10 Mio. Euro) insbesondere für die erforderliche Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen und Geräten, den Umbau und die Erweiterung des Wertstoffhofs an der ZDK und für die Maschinentechnik im ECC.
Zahl der Mitarbeiter (siehe Geschäftsbericht: Seite 41, 58)
Im Geschäftsjahr 2011 waren durchschnittlich 616 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Im Rahmen der tariflich geregelten Altersteilzeit haben 30 Beschäftigte von der Möglichkeit eines gleitenden Überganges in den Ruhestand Gebrauch gemacht.
Entwicklung 2012
Der Bundesrat hat am 10. Februar 2012 den vom Vermittlungsausschuss überarbeiteten Entwurf des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) gebilligt. Damit tritt das neue Gesetz zum 1. Juni 2012 in Kraft und löst das bisherige Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) ab. Insbesondere die Präzisierung der so genannten Gleichwertigkeitsklausel bei gewerblichen Sammlungen war für die kommunale Abfallwirtschaft wichtig, um auch zukünftig den Zugriff auf alle haushaltsnah anfallenden Wertstoffe zu behalten und durch damit zu erzielende Wertstofferlöse einen Beitrag zur Gebührenstabilität sichern zu können.
Das Bundesumweltministerium hat angekündigt, zur Neuorganisation der Wertstofferfassung in 2012 ein Eckpunktepapier zu veröffentlichen. Dabei soll auch die Verpackungsentsorgung in Deutschland und das Zusammenspiel der bisher Beteiligten (u. a. Systembetreiber, Inverkehrsbringer und öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger) auf der Grundlage des KrWG neu geregelt werden. Ob daraus abgeleitet aber ein neues Wertstoffgesetz noch in dieser Legislaturperiode des deutschen Bundestages entstehen kann, wird bezweifelt.
Neben der getrennten Erfassung von Wertstoffen wie Metall und Kunststoff ist im neuen KrWG auch eine Getrennthaltung und getrennte Sammlung für Bioabfälle spätestens ab dem 1. Januar 2015 vorgesehen. Der USB wird sich in Abstimmung mit der Stadt Bochum und den zuständigen Gremien auf diese Aufgabe vorbereiten. Das europäische Vergaberecht und die dazugehörige Rechtsprechung auf Bundes- und EU-Ebene haben die Anforderungen an die Inhouse-Fähigkeit bei der Auftragswahrnehmung durch kommunale Gesellschaften weiter verschärft. Auch der USB ist davon im Rahmen seiner Vertragsverhältnisse mit der Stadt Bochum betroffen und hat daher in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Stadtwerke Bochum Holding gesellschaftsrechtliche Neustrukturierungen auf den Weg gebracht, die ab 2013 zum Tragen kommen sollen. Hierzu haben bereits die Aufsichtsräte des USB, der Stadtwerke und der Holding für Versorgung und Verkehr im Mai und Juni jeweils ein einstimmiges Votum abgegeben. Der Rat der Stadt Bochum hat am 5. Juli 2012 ebenfalls einen einstimmigen Beschluss zur Umstrukturierung des USB gefasst.