Pressemeldung vom 22.07.2010
Jahresabschluss 2009
Altes beenden und Neues beginnen
so der Titel des Geschäftsberichtes 2009. Konkret zeigt sich dieses Beginnen im Jahr 2009 bei der Entwicklung einer neuen Nutzungsmöglichkeit für die Zentraldeponie Kornharpen. Für die Zeit der Stilllegungs- und Nachsorgephase plant der USB den Bau eines Solarkraftwerkes auf dem ehemaligen Deponieberg, das in den folgenden Jahren durch seine regenerative Energieerzeugung zum nachhaltigen Klimaschutz beitragen wird.
Das Erreichen des geplanten Jahresergebnisses trotz der in 2009 noch anhaltenden Finanz- und Weltwirtschaftskrise mit gesunkenen Abfallmengen und fallenden Preisen ist Beweis für die erfolgreiche und nachhaltige Unternehmenspolitik. Die Schließung der Zentraldeponie Kornharpen im Juli 2009 und der in 2010 erfolgreiche Abschluss des Umbaus zur Standortkonzentration an der Hanielstraße waren besondere Herausforderungen.
Bilanzergebnis (siehe Geschäftsbericht: Seite 24, 70)
Das Geschäftsjahr 2009 des USB Umweltservice Bochum GmbH (USB) schließt mit einem Jahresüberschuss vor Gewinnabführung von 1.168 T €. Das Ergebnis liegt damit über Plan (989 T €) und über dem Vorjahr (1.064 T €).
Einen weiterhin erheblichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung des USB hat die Gewerbeabfallaufbereitung im EKOCityCenter (ECC). Die Hausmüllumladung und die Sperrmüllaufbereitung erreichten auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nahezu eine Vollauslastung. Der Gewerbeabfallmarkt ist durch die Weltwirtschaftskrise zusätzlich unter Druck geraten ist, so dass auch im Jahr 2009 keine Entspannung bei Mengen und Preisen zu verzeichnen war. Die Abfälle der Unternehmen im produzierenden Gewerbe liegen nach wie vor unter den Mengen des Jahres 2007. Das bestehende Überangebot von Kapazitäten bei der thermischen Verwertung führte zu einem weiteren Preisverfall bei den Verbrennungspreisen.
Diese Entwicklung führte zu der Entscheidung, an Stelle von klassischen Gewerbeabfällen als Inputmaterial für die Gewerbeabfallaufbereitung im ECC verstärkt Sortierreste und Mischkunststoffe aus der Aufbereitung von Leichtverpackungen (LVP) zu bearbeiten. Diese Abfallfraktionen können zu einem großen Teil zu einem hochkalorischen Sekundärbrennstoff (SBS) für die Mitverbrennung z.B. in Steinkohlekraftwerke aufbereitet werden. Die angespannte Marktsituation führte allerdings nicht nur zu reduzierten Preisen der Inputmaterialen sondern auch zu geringeren Zuzahlungen bei den Outputmaterialien bzw. bei Holz zu höheren Erlösen. Dieser Effekt hat positiv zum Unternehmensergebnis beigetragen.
Niedrigere Bilanzsumme (siehe Geschäftsbericht: Seite 32, 68, 69)
Die Bilanzsumme reduzierte sich um 2,0% auf 74,2 Mio. € (Vorj. 75,8 Mio. €). Dies ist insbesondere bedingt durch den Rückgang der flüssigen Mittel, die zur Innenfinanzierung des Umbaus an der Hanielstr. beigetragen haben sowie durch Abschreibungen.
Rückgang der Umsatzerlöse (siehe Geschäftsbericht: Seite 25, 70)
Bei den Umsatzerlösen ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 5,3 Mio. € (6,8%) auf 72,6 Mio. € zu verzeichnen. Die Reduzierung ist u. a. auf die Schließung der ZDK zurückzuführen. Darüber hinaus ist der Rückgang durch niedrigere Betriebsführungsentgelte für die Sperrmüll- und Gewerbeabfallaufbereitung des ECC begründet, die der USB der EKOCity GmbH berechnet und die zur Stabilisierung des EKOCity Mischpreises beitrugen.
Niedrigerer Materialaufwand (siehe Geschäftsbericht: Seite 26, 70)
Insgesamt reduzierte sich der Materialaufwand um 6,3 Mio. €. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren verringerten sich nur geringfügig; die bezogenen Leistungen jedoch von 33,5 Mio. € auf 27,2 Mio. €. Hauptgrund für diese Reduzierung sind geringere Verwertungskosten im ECC sowie die Zahlungen an die EKOCity GmbH für die USB-Kontingente, die mengen- und preisbedingt rückläufig waren.
Höhere Investitionen (siehe Geschäftsbericht: Seite 26, 30, 78)
Im Geschäftsjahr investierte der USB 9,5 Mio. € (Vorj. 4,3 Mio. €) insbesondere für die Um- und Neubauten im Rahmen der Standortkonzentration an der Hanielstraße (4,1 Mio. €) sowie für die erforderliche Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen und Geräten. Im Bereich des ECC erfolgten Investitionen zur Verbesserung der Stauberfassung in der Sperrmüllaufbereitung sowie Ersatzbeschaffungen für einen Sortierbagger und einen Radlader.
Zahl der Mitarbeiter (siehe Geschäftsbericht: Seite 42)
Im Geschäftsjahr 2009 waren insgesamt 632 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Im Rahmen der tariflich geregelten Altersteilzeit haben 39 Beschäftigte von der Möglichkeit eines gleitenden Überganges in den Ruhestand Gebrauch gemacht.
Durch das Sonderprogramm „Weiterbildung gering qualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen" (WeGebAU) der Agentur für Arbeit konnten sich 12 Beschäftigte durch Erlangung der Fahrerlaubnis C/CE beruflich weiterqualifizieren.
Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr 2010
Die Entwicklung im Jahr 2010 ist zum Einen durch die Entwicklung der Gewerbeabfallaufbereitung des ECC und zum Anderen mit der Sicherung der Verantwortung für alle haushaltsnah erfassten Abfälle und Wertstoffe aus Bochumer Haushalten geprägt.
Die Anlieferungen von Sortierresten und Mischkunststoffen zum ECC haben sich in den ersten Monaten des Jahres besser als geplant entwickelt.
Nach Schließung der ZDK für die Annahme von Inertmaterial zum 15. Juli 2009 können noch Böden und Baustoffe für Verwertungsmaßnahmen (Deponiestraßen und Wallbau) auf der Deponie angenommen werden. Diese Anlieferungen fielen aufgrund des starken und lang anhaltenden Winters in den ersten Monaten des Jahres 2010 fast ganz aus.
Ebenso witterungsbedingt und durch die im Vergleich zum Plan und zum Vorjahr größere Anzahl von Einsatztagen liegen die Aufwendungen für den Winterdienst erheblich über dem Plan. Neben den Aufwendungen für vermehrten Personal- und Fahrzeugeinsatz fielen auch höhere Aufwendungen für Streumaterialien an. Der Durchschnittspreis je t Salz stieg innerhalb des Winters 2009/2010 von ca. 60 € auf über 170 € an. Trotz verbindlicher Bestellung belieferte der Salzlieferant bevorzugt die Autobahnmeistereien. In ganz Deutschland herrschte „Salznot" und der USB musste die Salzbeschaffung auf die Bundesrepublik und auf das europäische Ausland ausdehnen.