Pressemeldung vom 28.07.2009
Im Wettbewerb bestehen durch vorausschauende Strategien zur Bewältigung des demografischen Wandels
Eine immer älter werdende Bevölkerung hat auch vielfältige Folgen für den Bereich Abfallsammlung und Abfallmengen sowie Reinigungslogistik. Den veränderten Anforderungen wird sich der USB mit neuen und angepassten Dienstleistungen stellen. Mittelfristig könnte die Befreiungsmöglichkeit von der Pflicht zur Gehwegreinigung in reinen Anwohnerstraßen und dem Winterdienst gar nicht mehr gefragt sein, da ältere Mitbürgerinnen und -bürger dies aus körperlichen Gründen nicht mehr leisten können. Weiterhin wird in Zukunft vielleicht nicht allein beim Restmüll der Vollservice gewünscht, sondern z.B. auch gerade bei der schweren Papiertonne. Auch kann es verstärkt darum gehen, erweiterte Angebote für die Reinigung von privaten Haus- und Hofflächen einschließlich des Winterdienstes anzubieten. Nicht zuletzt müssen zukünftig Reinigungsvorgänge optimiert werden, da es weniger klassische Treppenanlagen und mehr behindertengerechte Wohnungs- und Hauszugänge geben wird. Der USB setzt sich bereits heute mit den Entwicklungen auseinander und wird angepasste Dienstleistungen erarbeiten und in der Zukunft anbieten.
Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber stehen wir durch die demografische Entwicklung ebenfalls in besonderer Verantwortung. Wir erwarten viel Engagement und setzen anspruchsvolle Ziele, bieten zugleich aber auch ein hohes Maß an Sicherheit, Motivation und Unterstützung. So ist der USB branchenweit vorbildlich in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und Sozialberatung. Zur Zukunftsfähigkeit des USB in Zeiten des demografischen Wandels gehört die Auseinandersetzung mit den Themen Arbeitsorganisation, Arbeitszeitmodelle sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Alterspyramide in unserer Gesellschaft und die demografischen Veränderungen innerhalb unseres Unternehmens stellen uns in diesem Zusammenhang in den nächsten Jahren vor besondere Aufgaben.
Der USB führt hochwertige Dienstleistungen rund um die Abfallentsorgung, Abfallaufbereitung und Abfallverwertung, Straßenreinigung und den Winterdienst durch. Dabei handelt es sich überwiegend um Tätigkeiten, die mit starken körperlichen Belastungen der Mitarbeiter einhergehen.
Betrachtet vor dem Hintergrund einer ansteigenden Altersstruktur, eines immer späteren Renteneintrittsalters und dem Auslaufen des geförderten Modells „Altersteilzeit" zum Jahresende verschärfen sich die Auswirkungen der arbeitsspezifischen Belastungen noch. Viele ältere Mitarbeiter werden Tätigkeiten mit zum Teil starken körperlichen Belastungen verrichten müssen. Als Fazit lässt das anstehende „Altern" der Belegschaft unterschiedliche Auswirkungen auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Fehlzeiten der Mitarbeiter erwarten.
Aus diesem Grund befasst sich der Umweltservice Bochum seit 2007 mit der Entwicklung eines Konzeptes: pre-plan -50+. Dieses Konzept soll den genannten Auswirkungen entgegen wirken und bindet ältere sowie jüngeren Mitarbeiter ein. Ziel ist es, zeit- sowie tätigkeitsbezogene Entlastungen herbeizuführen.
Es wurde zunächst ein „Grobkonzept" erarbeitet, dass u.a. folgende Bausteine enthält: Zeitwertkonten, flexible Arbeitszeitmodelle, Job-Rotationen und Tandem-Modelle, tätigkeitsbezogene Entlastung durch Zusammenstellung spezifischer Teams und die betriebliche Gesundheitsförderung.
Vor diesem Hintergrund und um die interne Akzeptanz der späteren Umsetzung zu erhöhen, wurden in allen Abteilungen Zirkelsitzungen durchgeführt. Die Zirkelarbeit und die daraus abgeleiteten Ergebnisse machten es möglich, eine Gewichtung der einzelnen Konzeptpunkte vorzunehmen. Während der Aspekt „Job-Rotation" eher auf Ablehnung stieß, bewerteten die Mitarbeiter, insbesondere die jüngeren, die Einführung der Zeitwertkonten überwiegend positiv. Es stellte sich heraus, dass das Interesse an Vorruhestandsmodellen weitaus größer ist, als an einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit ab einem bestimmten Alter.
Im Rahmen eines Projektes werden derzeit flexible Arbeitszeitmodelle, die Teilzeitlösungen beinhalten und auf die jeweiligen Abteilungen zugeschnitten sind, erarbeitet. Bei der Ausgestaltung von Zeitwertkonten wird zurzeit eine Betriebsvereinbarung beraten, so dass danach eine Umsetzung zeitnah erfolgen kann.