Ehemalige Zentraldeponie Kornharpen erhält Oberflächenabdichtung

Bochum, 23. April 2019. Nach dem Anfang des Jahres bereits Rodungen am Bodenzwischenlager an der Zentraldeponie Kornharpen auf ein großes Bauprojekt hingedeutet haben, beginnen jetzt die eigentlichen Arbeiten. In den kommenden Jahren erhält die ehemalige Deponie für Siedlungsabfälle eine Oberflächenabdichtung. Bezirksbürgermeister Henry Donner (SPD) hat sich dazu bei der USB Bochum GmbH ein Bild vor Ort gemacht, nachdem er Anfragen von Bürgern in seiner Sprechstunde erhalten hatte.

Die ehemalige Hausmülldeponie an der Havkenscheider Straße ist seit dem Jahr 2009 stillgelegt. Für die Ablagerung von Hausmüll war bereits ab 2005 Schluss. Nur noch sogenannte inerte Materialien (Böden, Bauschutt, u.ä.) wurden von 2005 bis 2009 noch angenommen. Seitdem ruht die Deponie, wird aber vom USB Bochum intensiv betreut. Ähnlich wie im Bergbau bleiben derart umfangreiche technische Bauwerke wie Deponien vergleichbar mit Zechen noch Jahrzehnte in der Verantwortung der Betreiber. Die USB-Bochum GmbH hat in den vergangenen Jahren die Deponie ständig überwacht und beispielsweise Sickerwässer aufgefangen, das Gas aus der Deponie über ein Brunnensystem erfasst oder sich um die Vegetation gekümmert. Auch in den kommenden Jahrzehnten werden diese und neue Aufgaben Bestand haben, die im Zuge der Nachsorgephase abzuwickeln sind.

Im Inneren der Deponie produzieren noch viele Jahre lang die abgelagerten Abfälle Methan-Gas, das im benachbarten Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Bochum in Strom umgewandelt wird. Die Gasproduktion nimmt aber stetig ab und die damit verbundenen Setzungen in der Deponie kommen zum Stillstand. Damit ist der Zeitpunkt erreicht, die Deponie dauerhaft in ihre endgültige und vom Gesetzgeber vorgeschriebene Form zu bringen. Dazu benötigt die Zentraldeponie eine Oberflächenabdichtung, die verhindert, dass Regenwasser in die Deponie eindringen kann. Diese Arbeiten, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen, beginnen im April 2019 mit der Abdichtung des auf 160 m Höhe gelegenen Plateaus. In den kommenden Jahren wird sich die Baustelle Stück für Stück über die Flanken der Deponie bewegen.


Erstes sichtbares Zeichen für die Besucher des benachbarten Wertstoffhofes sowie für die Anwohner der Deponie war die Entfernung von Bewuchs auf einem speziell für die Oberflächenabdichtung angelegten Bodenlagers. Die dort umfangreich gelagerten Bodenmassen werden komplett für die Oberflächenabdichtung genutzt.

Weitere Rodungen entlang der Bahnstrecke an der Deponie standen nicht im Zusammenhang mit den geplanten Bauarbeiten sondern wurden von DB Deutsche Bahn AG zur Verkehrssicherung der Strecke durchgeführt.

Die USB Bochum GmbH trägt dafür Sorge, dass durch die Bauarbeiten Flora wie Fauna auf der Deponie so wenig wie nötig in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein landschaftspflegerischer Begleitplan regelt die ökologischen Maßnahmen, die von unabhängiger Stelle aus kontrolliert werden. Der USB hat beispielsweise schon jetzt Biotope auf der Deponie angelegt, um den Tieren dort die nötigen Ausgleichflächen anzubieten, während an anderer Stelle gearbeitet wird. Für die Zukunft ist geplant durch eine Schafsherde auf der Deponie den Bewuchs niedrig zu halten. Ganz am Schluss der Oberflächenabdichtung steht eine komplette Renaturierung der Deponie.


Bezirksbürgermeister Henry Donner ließ sich von USB-Geschäftsführer Christian Kley die Deponie zeigen und konnte sich einen Eindruck vom Umfang der geplanten Abdichtungs-Arbeiten machen. Die ersten großen Baumaschinen wurden bereits vor Ostern angeliefert. Erste Erdbewegungen starten noch im April.

Für Fragen rund um die Arbeiten an der Deponie steht der USB gern zur Verfügung. Sollten sich Gruppen oder Einzelpersonen aus gegebenem Anlass für die Arbeiten auf der Deponie interessieren, wird der USB Deponie- oder Baustellenbesuche ermöglichen. Interessierte wenden sich bitte an den USB 0234 3336-203/299.

 

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