25 Jahre USB und 120 Jahre Stadtreinigung

In den 120 Jahren Geschichte von Stadtreinigung und Abfallsammlung haben sich die Tätigkeiten und Aufgaben des USB stark verändert. Im Jahr 1899 lag die Verantwortung für die Reinigung der Straßen noch beim Bürger selbst. Immer mehr Aufgaben gingen im Lauf der Zeit in „hoheitliche Hände“ über und wurden von der Stadt Bochum übernommen. Fuhrwerke und Maschinen wurden beschafft, um den stetig wachsenden Bedarf an Abfallentsorgung und Reinigung erfüllen zu können. Vor 25 Jahren wurden Müllabfuhr und Stadtreinigung zum Umweltservice Bochum, kurz USB, und leisten seitdem die kommunalen Aufgaben der Abfallentsorgung, Stadtreinigung und des Winterdienstes. Mittlerweile unterhält der USB einen Fuhrpark von mehr als 300 Fahrzeugen.

  • Am 1. April 1899 der städtische Fuhrpark gegrün­det, der 1900 seine Tätigkeit aufnahm.
  • 1911 wurde in Bochum das Wechseltonnen­system mit 7.500 neuen Mülltonnen eingeführt, sodass nun (nach damaligem Stand) staubfrei in einfachen Elektromobil-Zugwagen geleert werden konnte.
  • Im Ersten Weltkrieg wurden städtische Bediens­tete zum Kriegsdienst eingezogen. Die Zugpferde und ein Großteil des gut ausgerüsteten Fahrzeug­parks wurden für Kriegszwecke beschlagnahmt.
  • In den Unruhen des Jahres 1923, als das Ruhr­gebiet durch französische Truppen besetzt war, quartierte sich die Feuerwehr auf dem Fuhr­parkgelände ein. Sie hatte als Ordnungszentrale damals Polizeiaufgaben zu erfüllen.
  • Beim achten Großangriff auf Bochum am 4. November 1944 wurde ein Großteil der Innenstadt zerstört, in allen Stadtteilen brannte es. Auch die Stadtreinigung verlor fast sämtliche Betriebsanla­gen, Fahrzeuge und Mülltonnen.
  • Der Wiederaufbau des Fuhrparks begann im April 1947. Betriebsgebäude und Werkstätten mussten neu errichtet, Fahrzeuge neu beschafft werden. Die von den Kriegszerstörungen übrig gebliebe­nen und meist überal­terten Lastkraftwagen wurden verschrottet.
  • In der Nachkriegszeit lagen die Betriebe der Stadtreinigung noch nicht zentral. Einzelne Standorte mussten wegen städtischer Neuordnungen mehrfach verlegt werden. Erst 1957 konnte die Zentrale an der Südstraße mit dem Hauptgebäude zusammengelegt werden, wodurch die Arbeit effizienter wurde und sich Kosten sparen ließen.
  • So wurde 1962 die erste geordnete Deponie in Bochum eingeführt, bei der Belästigungen durch Geruchsentwicklung oder Ungeziefer, wie z. B. Fliegen, relativ gering blieben.
  • Als erste Stadt in der Bundesrepublik setzte Bochum eine Großstraßenkehrmaschine im Fuhrpark ein, die mit einer Fernsehkamera am Heck und einem Fernsehbildschirm in der Fahrerkabine ausgestattet war. Die Kamera be­saß ein Weitwinkelobjektiv, das die gesamte Fahrzeugbreite erfasste. So hatte der Fahrer einen genauen Überblick über die Arbeits­weise der Kehrmaschine.
  • 1978 öffnete die Zentraldeponie Kornharpen. Nicht wieder­verwertbare Siedlungs- und Gewerbeabfälle konnten nun geordnet und umweltverträglich abgelagert werden.
  • 1984 eröffnete eine neue Deponie an der Tippelsberger Straße. Dort wurden auf dem 190.000 m² großen Gelände ausschließlich in­erte Abfälle, wie Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaushub deponiert. Gerade rechtzeitig für den Neubau der U-Bahn an der Herner Straße. Auf dem Tippelsberg konnten große Mengen aus dem U-Bahnbau abgelagert werden.
  • Im Spätsommer 1992 wurde die Einführung der gelben Tonne in den Stadtteilen Querenburg, Stiepel, Stadtmitte und Hordel getestet, bevor es 1993 zu einer stadtweiten Aufstellung kam.
  • Im Laufe der Jahrzehnte erfolgte eine struk­turelle Wandlung der ehemals städtischen Fuhrparkbetriebe. Der Weg führte 1994 über den stadteigenen Betrieb „Abfallwirtschaft- und Stadtreinigung“ (ASB) hin zum USB, der sich zu einem modernen Wirtschaftsbetrieb entwickelte. Seitdem übernimmt der USB gemeinsam mit der Stadt alle Dienstleistungen rund um die Abfallentsor­gung und -verwertung. Sie leistet damit einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz sowie für die Lebensqualität der Bochumer BürgerInnen.
  • Seit Januar 2004 befindet sich die ehemalige Boden- und Bauschuttdeponie Tippelsberg in der Stilllegungspha­se. Landschaftsarchitekten entwickelten im Auftrag des USB und in enger Kooperation mit dem Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Bochum sowie der Bezirksregierung Arnsberg Entwürfe für eine Neugestaltung des Tippels­bergs als naturnahen Landschaftsraum. Die im Siegerkonzept angeregten Gestaltungsvor­schläge mit Eingangsbereich, „Weg der Kinder, Rasenschotterfläche und Gipfelplatz“ wurden im Laufe dreijähriger erfolgreich umgesetzt. Am 12. Juni 2007 übergab die Geschäftsführung des USB den renaturierten Tippelsberg an die Bochumer Bür­gerinnen und Bürger.
  • Mit der Gründung des Abfallwirtschaftsverbandes EKOCity und der EKOCity GmbH am 11. Oktober 2002 haben sich die Städte Bochum, Remscheid, Herne, Wuppertal und der Regionalverband Ruhr sowie die Kreise Recklinghausen und Ennepe-Ruhr zu einem bundesweit einzigartigen Zweckverband kommunaler Entsorger zusammengeschlossen. Im Jahr 2006 konnte der Kreis Mettmann als weiteres Verbandsmitglied gewonnen werden. Der EKOCity-Verband verfolgt ein Entsorgungskonzept, das in großen Mengen Abfall mechanisch trennen und aufbereiten kann.
  • Im Jahr 2005 nahm die USB Service GmbH das EKOCityCenter Bochum in Betrieb. Seitdem werden dort Abfälle sortiert, veredelt und verwertet. Wertstoffe, wie z. B. Kunststoffe, Metalle oder Holz, werden dem Abfall entzogen und dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt.
  • Im Jahr 2010 gab es viele Neuerungen und Veränderungen beim USB. Es galt den Neu-bzw. Umbau des Verwaltungsgebäudes, der Fahrzeughallen und des neuen Salzlagers an der Hanielstraße einzuweihen. Im gleichen Jahr wurde der USB 15 Jahre alt.
  • Um dem zunehmenden Wettbewerb und den steigenden Kundenwünschen hinsichtlich Qualität und Service zu entsprechen, wurde das Unter­nehmen USB Umweltservice Bochum GmbH 2013 neu strukturiert. Das Unternehmen gliederte sich am 01. Juli 2013 auf in die USB Bochum GmbH (kommunaler Bereich) und USB Service GmbH (privatwirtschaftlicher Bereich).

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